Engelke

Es war einer dieser trüben Novembertage in Emden. Bereits seit Tagen war der Himmel grau und hing wie ein zerschlissener Vorhang vor einer trüben Sonne. Regen und Kälte sorgten dafür, dass die Menschen sich zurückzogen in ihre warmen Wohnungen. Der Teekonsum war in diesem Monat wahrscheinlich der allerhöchste überhaupt in Ostfriesland. Wie schön war es deshalb, wenn es immer wieder Möglichkeiten gab, sich mit anderen Menschen zu treffen. An besonderen Orten. Die Johannes A Lasco Bibliothek war ein solcher Ort. Etwas zwischen Ruine und Neubau. Alte Bücher standen in langen Regalen an der Wand, polierte Leuchter, hingen von einer Decke, die schon fast nicht mehr zu sehen war. Und nicht zu vergessen, das riesige steinerne Grabmal in der großen Halle, welches wie ein beobachtender Zuschauer am Rand thronte.

Fortsetzung folgt …

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